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E-Mail: SMTP, POP3, IMAP

IT 12.4 – Netzwerke · Einheit 15 von Teil E „Ergänzungen“

  • Du kannst den Weg einer E-Mail beschreiben und den Teilstrecken die Protokolle SMTP, POP3 und IMAP zuordnen.
  • Du kannst den Aufbau einer E-Mail erklären und Kopfzeilen auswerten.
  • Du kannst POP3 und IMAP vergleichen und für eine Situation begründet auswählen.
  • Du kannst beurteilen, wie sicher E-Mail ist: verschlüsselte Verbindungen, gefälschte Absender, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

Du schickst morgens vom Handy eine Bewerbung an einen Betrieb. Mittags liest du die Antwort auf dem Laptop, und auch deine gesendete Mail ist dort zu sehen, obwohl du sie vom Handy geschickt hast.

Ein Mitschüler hat die Antwort seines Betriebs dagegen am PC zu Hause abgerufen. Seitdem ist sie auf seinem Handy verschwunden.

Wo lag die Mail eigentlich, bevor ihr sie gelesen habt? Warum verhalten sich die beiden Postfächer so unterschiedlich? Und woher weißt du überhaupt, dass die Antwort wirklich vom Betrieb kommt?

Bevor du weiterliest: Bearbeite die beiden Erkundungen allein oder zu zweit. Die Erklärungen weiter unten helfen dir erst danach, deine Ergebnisse zu überprüfen.

Beide Konsolen sind mit demselben simulierten Mailserver mail.schule.example verbunden. Er verwaltet das Postfach du@schule.example. Was du in Erkundung 1 abschickst, findest du in Erkundung 2 wieder.

Erkundung 1: Eine Mail von Hand abschicken mittel

Simulation im Browser: Es wird keine echte Verbindung aufgebaut und nichts gespeichert.

Du: was du sendest · Server: was der Server antwortet ·[Simulation] Hinweise, die nicht übertragen werden. Mit Enter sendest du eine Zeile, mit ↑ holst du frühere Zeilen zurück.

a) Schicke eine Mail an du@schule.example. Sende dazu diese Zeilen nacheinander (die Zeile nach Subject ist leer):

HELO laptop.example.org
MAIL FROM:<ich@example.org>
RCPT TO:<du@schule.example>
DATA
Subject: Mein erster Test
Hallo, diese Mail habe ich von Hand geschrieben.
.
QUIT

Beschreibe, wie der Server auf die einzelnen Befehle antwortet. Vergleiche die Antwortcodes mit den Statuscodes von HTTP (Einheit 14).

b) Versuche, eine Mail an freundin@example.net und an niemand@schule.example zu schicken. Erkläre die Antworten des Servers.

c) Schicke eine Mail, bei der du sekretariat@schule.example als Absender angibst, sowohl bei MAIL FROM als auch in einer Kopfzeile From:. Überprüfe, ob der Server das bemerkt. Beurteile, was das für die Empfänger von E-Mails bedeutet.

Tipp 1

Zu a): Achte auf die erste Ziffer: Welche Antwort fällt aus der Reihe, und was verlangt der Server danach von dir?

Tipp 2

Zu b): Für welche Adressen ist dieser Server zuständig? Was würde passieren, wenn er jede Mail an jede Adresse annähme und weiterleitete?

Lösung

Das Passwort bekommst du von deiner Lehrkraft. Es gilt für alle Lösungen auf dieser Seite.

Erkundung 2: Zwei Geräte, ein Postfach mittel

Stell dir vor, du hast zwei Geräte: einen Laptop, dessen Mailprogramm POP3 benutzt, und ein Handy, dessen Mailprogramm IMAP benutzt. Der Demo-Zugang ist für beide gleich: Benutzer du, Passwort laterne (nur für diese Simulation).

Simulation im Browser: Es wird keine echte Verbindung aufgebaut und nichts gespeichert.

Du: was du sendest · Server: was der Server antwortet ·[Simulation] Hinweise, die nicht übertragen werden. Mit Enter sendest du eine Zeile, mit ↑ holst du frühere Zeilen zurück.

a) Laptop (POP3): Melde dich an und hole die erste Mail ab. Lösche sie danach auf dem Server, so wie es viele Mailprogramme mit POP3 machen:

USER du
PASS laterne
LIST
RETR 1
DELE 1
QUIT

b) Handy (IMAP): Wähle oben IMAP und schau nach, was jetzt noch im Postfach ist. Bei IMAP beginnt jeder Befehl mit einer selbst gewählten Marke wie a1:

a1 LOGIN du laterne
a2 SELECT INBOX
a3 FETCH 1:* FLAGS
a4 FETCH 1 BODY[HEADER]

Beschreibe, was du feststellst, und erkläre es.

c) Lies mit IMAP eine Mail ganz (FETCH 2 BODY[]) und verschiebe eine andere in den Ordner Archiv (MOVE 1 Archiv). Melde dich ab (LOGOUT), verbinde dich neu wie ein zweites Handy und überprüfe, was davon erhalten geblieben ist (LIST "" *, SELECT Archiv, FETCH 1:* FLAGS, dann dasselbe mit SELECT INBOX).

d) Vergleiche POP3 und IMAP: Wo bleiben die Mails? Wo wird gespeichert, was gelesen ist und in welchem Ordner eine Mail liegt? Erkläre damit die beiden Postfächer aus dem Einstieg.

Tipp 1

Zu b): Wie viele Mails meldet SELECT? Wie viele waren es am Anfang?

Tipp 2

Zu c): \Seen heißt „gelesen“. Wo muss diese Information gespeichert sein, damit ein zweites Gerät sie kennt?

Tipp 3

Wenn etwas durcheinandergeraten ist: Mit „Postfach zurücksetzen“ beginnst du von vorn.

Lösung

Das Passwort bekommst du von deiner Lehrkraft. Es gilt für alle Lösungen auf dieser Seite.

Vergleicht eure Ergebnisse aus den Erkundungen mit den folgenden Abschnitten.

Eine E-Mail-Adresse wie du@schule.example besteht aus dem Namen des Postfachs (du) und der Domain (schule.example). Auf dem Weg einer Mail arbeiten mehrere Programme zusammen:

DNS: Wer nimmt Mails für schule.example an?MX-Eintrag → mail.schule.exampleMailprogrammdes AbsendersMailserverexample.orgMailserverschule.exampleMailprogrammdes EmpfängersPostfachsendenSMTP 587weiterleitenSMTP 25abholenIMAP 993 / POP3 995(Programm fragt den Server)
Der Weg einer E-Mail: Senden und Weiterleiten mit SMTP, Abholen mit IMAP oder POP3.
  1. Senden: Das Mailprogramm des Absenders (zum Beispiel eine App oder ein Programm am PC) gibt die Mail per SMTP (Simple Mail Transfer Protocol) an den eigenen Mailserver. Dafür muss man sich dort anmelden. Üblich ist Port 587.
  2. Weiterleiten: Der Mailserver des Absenders fragt beim DNS (Einheit 10), welcher Server Mails für die Domain des Empfängers annimmt. Diese Angabe heißt MX-Eintrag (Mail Exchanger). Dann gibt er die Mail per SMTP an diesen Server weiter, über Port 25.
  3. Ablegen: Der Mailserver des Empfängers legt die Mail im Postfach ab. Dort wartet sie, bis der Empfänger sie abholt. Dafür muss das Gerät des Empfängers nicht eingeschaltet sein.
  4. Abholen: Das Mailprogramm des Empfängers fragt beim Server nach neuen Mails, mit IMAP (Internet Message Access Protocol) oder POP3 (Post Office Protocol Version 3).

SMTP schiebt Mails also zum Ziel, IMAP und POP3 holen sie ab. Webmail im Browser funktioniert ähnlich: Dort spricht der Webserver des Anbieters im Hintergrund mit dem Postfach.

Eine E-Mail ist wie ein Brief aufgebaut, mit Umschlag und Briefbogen:

  • Der Umschlag (englisch envelope) sind die Angaben aus MAIL FROM und RCPT TO. Nach ihnen richten sich die Server beim Zustellen.
  • Die Kopfzeilen (header) stehen am Anfang der Mail selbst, wie der Briefkopf. Sie werden dem Empfänger angezeigt.
  • Nach einer leeren Zeile folgt der Text (body).

Umschlag und Kopfzeilen müssen nicht übereinstimmen. Ein Beispiel ist die Blindkopie (Bcc): Ihre Empfänger stehen nur auf dem Umschlag (RCPT TO), nicht in den Kopfzeilen. Deshalb sehen die anderen Empfänger nicht, wer die Blindkopie bekommen hat.

Wichtige Kopfzeilen:

Kopfzeile Bedeutung
From: Absender, wie er angezeigt wird
To:, Cc: Empfänger und Empfänger einer Kopie
Subject: Betreff
Date: Zeitpunkt, den das Mailprogramm des Absenders eingetragen hat
Return-Path: Absender vom Umschlag (MAIL FROM); an ihn gehen Fehlermeldungen
Received: Jeder Server, der die Mail annimmt, setzt oben eine solche Zeile davor: von wem, durch wen, wann

Weil jeder Server seine Received-Zeile oben einfügt, liest man den Weg einer Mail von unten nach oben. Die meisten Mailprogramme zeigen diese Zeilen nur auf Wunsch an, zum Beispiel unter „Quelltext anzeigen“.

Anhänge wie Bilder oder PDF-Dateien werden mit einem Verfahren namens MIME in Text umgewandelt und im Text der Mail mitgeschickt. Darum ist eine Mail mit Anhang etwa ein Drittel größer als die Datei selbst.

Befehl Bedeutung
HELO / EHLO name Begrüßung; bei EHLO nennt der Server zusätzlich, was er kann
MAIL FROM:<adresse> Absender auf dem Umschlag
RCPT TO:<adresse> ein Empfänger auf dem Umschlag (mehrmals möglich)
DATA Jetzt kommt die Mail: Kopfzeilen, leere Zeile, Text, am Ende eine Zeile mit nur einem Punkt
RSET alles für diese Mail vergessen, neu beginnen
STARTTLS Verbindung ab jetzt verschlüsseln
QUIT Ende

Die Antworten sind dreistellig. Die erste Ziffer bedeutet:

Gruppe Bedeutung bei SMTP Beispiele
2xx in Ordnung 220 bereit, 250 OK, 221 Ende
3xx weiter, ich warte auf mehr 354 Mail eingeben
4xx vorübergehender Fehler: später erneut versuchen 451
5xx dauerhafter Fehler: so klappt es nie 500 Befehl unbekannt, 503 falsche Reihenfolge, 550 Empfänger unbekannt

Achtung: Bei HTTP bedeutet 4xx „Fehler beim Client“. Bei SMTP bedeutet 4xx „vorübergehend“. Die Gruppen sind also nicht bei allen Diensten gleich.

Vergleicht eure Tabelle aus Erkundung 2 d):

POP3 IMAP
Grundidee Mails herunterladen Mails auf dem Server verwalten
Mails auf dem Server werden meist nach dem Abholen gelöscht bleiben, bis man sie löscht
Ordner, „gelesen“, Markierungen nur auf dem Gerät auf dem Server, auf allen Geräten gleich
mehrere Geräte schlecht geeignet gut geeignet
ohne Internet lesen ja, alles liegt auf dem Gerät nur, was das Programm zwischengespeichert hat
Speicherplatz auf dem Server wenig nötig viel nötig
Ports (Klartext / mit TLS) 110 / 995 143 / 993
Befehle USER, PASS, LIST, RETR, DELE, QUIT; Antworten +OK und -ERR Marke + Befehl, z. B. a2 SELECT INBOX; Antworten OK, NO, BAD

Bei beiden wird erst beim Abmelden bzw. mit EXPUNGE endgültig gelöscht. Vorher ist eine Mail nur markiert.

Heute wird meist IMAP verwendet, weil die meisten Menschen ihre Mails auf mehreren Geräten lesen.

Verbindungen verschlüsseln: Ursprünglich liefen SMTP, POP3 und IMAP im Klartext, auch das Passwort. Heute werden die Verbindungen mit TLS (Einheit 13) verschlüsselt, auf zwei Arten:

  • von Anfang an verschlüsselt, über eigene Ports: 465 (SMTP zum Senden), 995 (POP3), 993 (IMAP),
  • erst unverschlüsselt verbinden und dann mit STARTTLS auf Verschlüsselung umschalten, zum Beispiel bei Port 587 und zwischen Mailservern auf Port 25.

Die Konsole oben zeigt die Befehle absichtlich im Klartext, damit du sie lesen kannst.

Nur die Strecken sind geschützt: TLS schützt jede Verbindung einzeln. Auf den Mailservern selbst liegt die Mail aber lesbar: beim Anbieter des Absenders, beim Anbieter des Empfängers und auf jedem Gerät. Wer das verhindern will, braucht eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (ergänzend): Der Absender verschlüsselt die Mail so, dass nur der Empfänger sie lesen kann. Verbreitet sind S/MIME und OpenPGP. Beide brauchen ein Schlüsselpaar (Einheit 13) und werden im Alltag noch wenig genutzt.

Absender lassen sich fälschen: Wie in Erkundung 1 c) prüft SMTP selbst nicht, ob ein Absender stimmt. Betrüger nutzen das für Phishing: Mails, die scheinbar von einer Bank, einem Shop oder dem eigenen Arbeitgeber kommen und Zugangsdaten oder Geld erschleichen wollen. Dagegen gibt es Zusatzverfahren (ergänzend), die der Server des Empfängers prüft:

  • SPF: Der Betreiber einer Domain trägt im DNS ein, welche Server Mails für seine Domain verschicken dürfen.
  • DKIM: Der Mailserver des Absenders unterschreibt jede Mail digital. Den passenden öffentlichen Schlüssel findet man im DNS.
  • DMARC: Der Betreiber legt im DNS fest, was mit Mails geschehen soll, die diese Prüfungen nicht bestehen, zum Beispiel ablehnen.

Das Ergebnis der Prüfungen trägt der Server oft in eine Kopfzeile Authentication-Results: ein.

Aufgabe 1: Eine Mail an die Eltern leicht

Das Sekretariat (sekretariat@schule.example) schickt eine Mail an eine Mutter (eltern@example.net). Sie liest die Mail morgens auf dem Handy und abends auf dem Laptop. Beide Geräte zeigen dieselben Ordner.

a) Gib für jede Teilstrecke das Protokoll und einen üblichen Port an:

  1. Mailprogramm des Sekretariats → Mailserver von schule.example
  2. Mailserver von schule.example → Mailserver von example.net
  3. Mailserver von example.net → Handy und Laptop der Mutter

b) Beschreibe, woher der Mailserver von schule.example weiß, an welchen Server er die Mail schicken muss.

c) Gib an, welches Protokoll die Mutter zum Abholen nutzt. Begründe.

Lösung

Das Passwort bekommst du von deiner Lehrkraft. Es gilt für alle Lösungen auf dieser Seite.

Aufgabe 2: Kopfzeilen lesen mittel

Eine Kundin wundert sich, dass eine Bestellbestätigung erst so spät ankam. Ihr Mailprogramm zeigt diese Kopfzeilen (gekürzt):

Return-Path: <info@shop.example.com>
Received: from mx.example.net by postfach.example.net;
Tue, 27 Oct 2026 09:14:02 +0100
Received: from mail.shop.example.com (203.0.113.40) by mx.example.net;
Tue, 27 Oct 2026 09:13:58 +0100
Received: from laptop.shop.example.com (192.168.5.23) by mail.shop.example.com;
Tue, 27 Oct 2026 08:31:10 +0100
From: Beispiel-Shop <info@shop.example.com>
To: kundin@example.net
Subject: Ihre Bestellung
Date: Tue, 27 Oct 2026 08:31:07 +0100

a) Bestimme den Weg der Mail: Gib die Rechner in der richtigen Reihenfolge an.

b) Ermittle, an welcher Stelle die Mail am längsten aufgehalten wurde und wie lange.

c) Erkläre, warum die Adresse 192.168.5.23 im Internet nicht erreichbar ist, aber trotzdem in den Kopfzeilen steht.

Tipp 1

Zu a): Welche Received-Zeile wurde zuerst geschrieben, die oberste oder die unterste?

Tipp 2

Zu b): Vergleiche die Uhrzeiten von unten nach oben. Zwischen welchen beiden Zeilen liegt die größte Lücke?

Lösung

Das Passwort bekommst du von deiner Lehrkraft. Es gilt für alle Lösungen auf dieser Seite.

Aufgabe 3: Ein SMTP-Dialog mit Fehlern mittel

Ein Server versucht, eine Mail an mehrere Empfänger bei example.net zu übergeben:

Server: 220 mail.example.net ESMTP bereit
Client: MAIL FROM:<rechnung@example.org>
Server: 503 Bitte zuerst mit HELO oder EHLO begrüßen
Client: EHLO server.example.org
Server: 250-mail.example.net grüßt server.example.org
Server: 250 STARTTLS
Client: MAIL FROM:<rechnung@example.org>
Server: 250 Absender OK
Client: RCPT TO:<verkauf@example.net>
Server: 250 Empfänger OK
Client: RCPT TO:<einkauf@example.net>
Server: 550 Empfänger unbekannt
Client: DATA
Server: 354 Mail eingeben, Ende mit einer Zeile, die nur einen Punkt enthält
Client: (Kopfzeilen und Text der Mail)
Client: .
Server: 250 Nachricht angenommen
Client: RCPT TO:<lager@example.net>
Server: 503 Zuerst MAIL FROM senden

a) Erkläre jede der drei Fehlermeldungen.

b) Gib an, wer die Mail bekommen hat. Begründe.

c) Ein anderer Server antwortet auf RCPT TO mit 451 Bitte später erneut versuchen. Erläutere den Unterschied zu 550 und beschreibe, was der sendende Server jeweils tun sollte.

Tipp 1

Zu a) und b): Was hat der Server nach 250 Nachricht angenommen vergessen?

Tipp 2

Zu c): Schau dir die Tabelle der Antwortgruppen bei SMTP an.

Lösung

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Aufgabe 4: POP3 oder IMAP? mittel

Beurteile für jede Situation, ob POP3 oder IMAP besser passt. Begründe.

a) Eine Auszubildende liest ihre dienstlichen Mails am Büro-PC, auf dem Tablet in der Berufsschule und auf dem Handy. Sie sortiert Mails in Ordner nach Kunden.

b) Ein alter PC in einer Werkstatt ruft einmal am Tag automatisch Bestellungen aus einem eigenen Postfach ab und druckt sie aus. Danach werden sie nicht mehr gebraucht. Der Speicherplatz beim Mailanbieter ist sehr klein.

c) Ein Forscher fährt oft auf ein Schiff ohne Internet. Er will dort alle Mails der letzten Monate lesen können. Er benutzt nur seinen Laptop.

Tipp 1

Frage jeweils: Wie viele Geräte? Wo sollen die Mails liegen? Braucht man den Stand auf dem Server?

Lösung

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Aufgabe 5: Eine verdächtige Mail schwer

Alle Lehrkräfte einer Schule bekommen diese Mail. Hier ist ein Auszug aus dem Quelltext:

Authentication-Results: mail.schule.example;
spf=fail smtp.mailfrom=schule.example;
dkim=none; dmarc=fail
Received: from server7.unbekannt.example (203.0.113.66)
by mail.schule.example; Wed, 28 Oct 2026 06:02:11 +0100
From: Schulleitung <schulleitung@schule.example>
To: kollegium@schule.example
Subject: Dringend: Passwort bis heute 12 Uhr bestätigen
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
wegen einer Umstellung muss jeder sein Passwort bestätigen:
http://schule-login.unbekannt.example/bestaetigen

a) Beurteile, ob diese Mail wirklich von der Schulleitung stammt. Werte dazu mindestens drei Hinweise aus dem Quelltext aus.

b) Erläutere, warum die Zeile From: allein nichts beweist.

c) Entwickle eine Empfehlung, wie sich die Lehrkräfte verhalten sollten.

Tipp 1

Zu a): Von welchem Server kam die Mail? Ist das ein Server der Schule? Und was sagen die drei Prüfungen in Authentication-Results?

Tipp 2

Zu a): Schau dir auch den Link und den Ton der Mail an.

Lösung (Beispiel)

Das Passwort bekommst du von deiner Lehrkraft. Es gilt für alle Lösungen auf dieser Seite.

Aufgabe 6: „Unsere Mails sind sicher verschlüsselt“ schwer

Eine Rechtsanwaltskanzlei schickt ihren Mandanten Verträge per E-Mail. Auf ihrer Webseite steht:

„Ihre Daten sind bei uns sicher: Unser Mailanbieter verschlüsselt alle Verbindungen mit TLS.“

a) Nimm Stellung zu dieser Aussage. Erläutere, welche Strecken und Orte geschützt sind und welche nicht.

b) Entwirf eine Lösung, mit der nur die Kanzlei und die jeweilige Mandantin bzw. der jeweilige Mandant die Verträge lesen können. Gehe auch auf Nachteile deiner Lösung ein.

Tipp 1

Zeichne den Weg der Mail wie in der Abbildung. Wo ist die Mail unterwegs, und wo liegt sie?

Tipp 2

Hat die Kanzlei Einfluss darauf, welchen Mailanbieter die Mandanten nutzen und wie dieser die Mails weiterreicht?

Lösung (Beispiel)

Das Passwort bekommst du von deiner Lehrkraft. Es gilt für alle Lösungen auf dieser Seite.

  • SMTP schiebt Mails zum Ziel: vom Mailprogramm zum eigenen Server (Port 587 oder 465) und von Server zu Server (Port 25). Den Zielserver findet man über den MX-Eintrag im DNS.
  • Der Server legt die Mail im Postfach ab. Abgeholt wird mit IMAP (Mails bleiben auf dem Server, alle Geräte sehen denselben Stand; Port 993) oder POP3 (Mails werden heruntergeladen und meist gelöscht; Port 995).
  • Eine Mail hat einen Umschlag (MAIL FROM, RCPT TO), Kopfzeilen (From, To, Subject, Received …) und nach einer leeren Zeile den Text. Received-Zeilen liest man von unten nach oben.
  • SMTP-Antworten: 2xx in Ordnung, 3xx weiter, 4xx vorübergehender Fehler, 5xx dauerhafter Fehler.
  • TLS schützt die Verbindungen, nicht die Mail auf den Servern. Dafür braucht man Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (S/MIME, OpenPGP).
  • Absender lassen sich fälschen. SPF, DKIM und DMARC helfen, Fälschungen zu erkennen.

Geh die Fragen ehrlich durch. Wenn du bei einer unsicher bist, lies den verlinkten Abschnitt noch einmal oder bearbeite die passende Aufgabe.

Begriff Bedeutung in einfachen Worten
Mailprogramm Programm oder App zum Schreiben und Lesen von Mails (Client)
Mailserver Rechner, der Mails annimmt, weiterleitet und in Postfächern aufbewahrt
Postfach Speicherplatz für die Mails einer Adresse auf dem Mailserver
SMTP Protokoll zum Senden und Weiterleiten von Mails (Ports 25, 587, 465)
MX-Eintrag Angabe im DNS, welcher Server Mails für eine Domain annimmt
POP3 Protokoll zum Herunterladen von Mails (Ports 110, 995)
IMAP Protokoll zum Verwalten von Mails auf dem Server (Ports 143, 993)
Umschlag Absender und Empfänger, nach denen die Server zustellen (MAIL FROM, RCPT TO)
Kopfzeilen Angaben am Anfang der Mail, zum Beispiel From, Subject, Received
Blindkopie (Bcc) Empfänger, der nur auf dem Umschlag steht und für die anderen unsichtbar bleibt
offenes Relay Mailserver, der Mails von jedem an jeden weiterleitet (wird für Spam missbraucht)
STARTTLS Befehl, mit dem eine Verbindung nachträglich auf Verschlüsselung umschaltet
Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nur Absender und Empfänger können die Mail lesen, auch nicht die Server
SPF, DKIM, DMARC Verfahren, mit denen Mailserver gefälschte Absender erkennen
Phishing Betrugsmail, die Zugangsdaten oder Geld erschleichen will
  • Hessisches Kultusministerium: Kerncurriculum Fachoberschule, Fachrichtung Technik, Schwerpunkt Informationstechnik, Themenfeld 12.4 Netzwerke, fakultative Inhalte (Stand November 2022).
  • SMTP nach RFC 5321, Aufbau einer Mail nach RFC 5322, Senden über Port 587 nach RFC 6409, verschlüsselte Ports nach RFC 8314, STARTTLS für SMTP nach RFC 3207. POP3 nach RFC 1939, IMAP nach RFC 3501 und RFC 9051. SPF nach RFC 7208, DKIM nach RFC 6376, DMARC nach RFC 7489.
  • Beispieladressen nach RFC 1918 und RFC 5737, Beispielnamen nach RFC 2606.
  • Texte, Beispiele, Aufgaben, Abbildung und Protokoll-Konsole sind selbst erstellt. Die Ausgaben der Konsole sind vereinfacht.