Web, Dateien und Fernzugriff: HTTP, FTP, SSH, TELNET
IT 12.4 – Netzwerke · Einheit 14 von Teil E „Ergänzungen“
Lernziele
Abschnitt betitelt „Lernziele“- Du kannst erklären, wie Dienste nach dem Client-Server-Prinzip über Ports erreichbar sind.
- Du kannst eine HTTP-Anfrage schreiben und eine HTTP-Antwort mit ihrem Statuscode deuten.
- Du kannst beschreiben, wie FTP Dateien überträgt, und sicherere Alternativen nennen.
- Du kannst TELNET und SSH vergleichen und begründen, welcher Dienst sich für den Fernzugriff eignet.
Was sagt dein Browser eigentlich?
Abschnitt betitelt „Was sagt dein Browser eigentlich?“Du tippst www.schule.example in die Adressleiste, und Sekunden später ist die Seite da. Aus Einheit 6 und Labor 3 weißt du: Der Browser schickt dem Webserver eine Anfrage, und der Server antwortet.
Aber wie sieht diese Anfrage genau aus? Was steht darin, und was steht in der Antwort? Und was passiert, wenn die Seite gar nicht existiert?
Lange bevor es Browser gab, haben Menschen solche Anfragen selbst eingetippt. Das kannst du hier auch.
Erkunden: Mit Servern sprechen
Abschnitt betitelt „Erkunden: Mit Servern sprechen“Bevor du weiterliest: Bearbeite die beiden Erkundungen allein oder zu zweit. Die Erklärungen weiter unten helfen dir erst danach, deine Ergebnisse zu überprüfen.
Erkundung 1: Ein Webserver von innen mittel
Die Konsole verbindet dich direkt mit einem simulierten Webserver. Du schreibst, was sonst der Browser schreibt.
Simulation im Browser: Es wird keine echte Verbindung aufgebaut und nichts gespeichert.
Du: was du sendest · Server: was der Server antwortet ·[Simulation] Hinweise, die nicht übertragen werden. Mit Enter sendest du eine Zeile, mit ↑ holst du frühere Zeilen zurück.
a) Rufe die Startseite ab. Sende dazu diese drei Zeilen. Die dritte ist leer: Drücke also nur Enter oder den Knopf „Anfrage abschicken“. Erst dann antwortet der Server.
GET / HTTP/1.1Host: www.schule.exampleBeschreibe, aus welchen Teilen die Antwort des Servers besteht.
b) Ermittle aus der Antwort, welche weiteren Anfragen ein Browser senden müsste, um die Startseite vollständig anzuzeigen. Probiere sie aus.
c) Fordere auch die Pfade /plan.html, /intern/, /kalender.php und einen Pfad an, den es sicher nicht gibt. Notiere jeweils die Zahl in der ersten Zeile der Antwort. Stelle eine Vermutung auf, was die erste Ziffer der Zahl bedeutet.
d) Lass die Zeile Host: einmal weg. Beschreibe, was passiert. Stelle eine Vermutung auf, wozu diese Zeile gut sein könnte.
Tipp 1
Zu a): Achte auf die leere Zeile in der Antwort. Was steht davor, was danach?
Tipp 2
Zu b): Suche in der HTML-Seite nach Angaben wie src="…". Was braucht der Browser noch, um die Seite zu zeichnen?
Tipp 3
Zu c): Sortiere die Antworten in „hat geklappt“, „woanders suchen“, „ich als Fragender habe etwas falsch gemacht oder darf nicht“ und „beim Server ist etwas kaputt“.
Lösung
Erkundung 2: Zwei Mitschnitte mittel
Eine Administratorin meldet sich aus der Ferne an einem Router der Schule an, um eine Einstellung zu ändern. Jemand im selben WLAN zeichnet die Pakete auf. Das passiert zweimal, mit zwei verschiedenen Diensten. Die Mitschnitte sind vereinfacht: Jede Zeile ist ein Paket.
Mitschnitt A (Zielport 23):
Nr. Richtung Inhalt 1 Router → Laptop Benutzername: 2 Laptop → Router a 3 Laptop → Router d 4 Laptop → Router m 5 Laptop → Router i 6 Laptop → Router n 7 Laptop → Router (Enter) 8 Router → Laptop Passwort: 9 Laptop → Router K10 Laptop → Router u11 Laptop → Router p12 Laptop → Router f13 Laptop → Router e14 Laptop → Router r15 Laptop → Router 716 Laptop → Router (Enter)17 Router → Laptop Willkommen. router-1>18 Laptop → Router show config (Enter)19 Router → Laptop Hostname router-1, WLAN-Schlüssel ...Mitschnitt B (Zielport 22):
Nr. Richtung Inhalt 1 Laptop → Router SSH-2.0-Beispiel 2 Router → Laptop SSH-2.0-Beispiel 3 Laptop → Router 5a 0f 91 c2 7e 44 b8 13 … 4 Router → Laptop 83 1d 6e f0 29 a5 c7 02 … 5 Laptop → Router e1 7c 2b 90 4d a8 33 5f … 6 Router → Laptop 0b f4 59 1e c7 88 d2 6a … 7 Laptop → Router 9c 21 e8 04 b6 7f 13 aa … 8 Router → Laptop 47 d0 3e 95 1c 6b f2 80 …a) Ermittle aus Mitschnitt A den Benutzernamen, das Passwort und den Befehl, den die Administratorin eingegeben hat.
b) Vergleiche mit Mitschnitt B: Gib an, was der Mitleser hier erfahren kann und was nicht.
c) Beurteile, welchen der beiden Dienste die Schule für die Fernwartung ihrer Router verwenden sollte.
Tipp 1
Zu a): Lies die Zeichen von oben nach unten zusammen.
Tipp 2
Zu b): Auch in B ist nicht alles unlesbar. Schau dir die ersten beiden Pakete und die Kopfdaten an, die jedes Paket ohnehin hat (Einheit 6).
Lösung
Dienste, Clients und Ports
Abschnitt betitelt „Dienste, Clients und Ports“Vergleicht eure Ergebnisse aus den Erkundungen mit den folgenden Abschnitten.
Ein Dienst ist ein Angebot, das ein Server im Netz bereitstellt: Webseiten ausliefern, Dateien speichern, Fernzugriff erlauben, E-Mails annehmen. Dienste arbeiten nach dem Client-Server-Prinzip: Der Client (zum Beispiel der Browser) beginnt und stellt eine Anfrage, der Server wartet auf Anfragen und antwortet.
Damit ein Server mehrere Dienste gleichzeitig anbieten kann, lauscht jeder Dienst an einem eigenen Port (Einheit 6). Für die bekannten Dienste sind die Portnummern fest vergeben (Ports 0 bis 1023, die well-known ports, vergeben von der IANA). Der Client nimmt für seine Seite der Verbindung meist eine zufällige freie, hohe Portnummer.
Ein Beispiel: Ein Laptop mit der Adresse 192.168.20.57 ruft eine Webseite auf einem Server mit der Adresse 192.0.2.10 ab:
| Client (Laptop) | Server | |
|---|---|---|
| IP-Adresse | 192.168.20.57 | 192.0.2.10 |
| Port | zum Beispiel 50 312 (zufällig) | 80 (fest für HTTP) |
Die Antwort geht genau an diese Kombination zurück. So kann der Laptop gleichzeitig mehrere Seiten laden, jede über einen eigenen Client-Port.
Die Dienste dieser Einheit im Überblick (E-Mail folgt in Einheit 15):
| Dienst | Wofür? | Port | verschlüsselt? |
|---|---|---|---|
| HTTP (Hypertext Transfer Protocol) | Webseiten abrufen | 80 | nein |
| HTTPS (HTTP mit TLS, Einheit 13) | Webseiten abrufen | 443 | ja |
| FTP (File Transfer Protocol) | Dateien übertragen | 21 (Steuerung), 20 (Daten) | nein |
| SSH (Secure Shell) | Fernzugriff, auch Dateien übertragen (SFTP) | 22 | ja |
| TELNET (Teletype Network) | Fernzugriff | 23 | nein |
HTTP: Anfrage und Antwort
Abschnitt betitelt „HTTP: Anfrage und Antwort“HTTP regelt, wie ein Browser Webseiten und andere Dateien von einem Webserver anfordert. Anfrage und Antwort sind gleich aufgebaut:
| Anfrage (Client → Server) | Antwort (Server → Client) | |
|---|---|---|
| 1. Zeile | Anfragezeile: Methode, Pfad, Version, z. B. GET /vertretungsplan.html HTTP/1.1 |
Statuszeile: Version, Statuscode, Text, z. B. HTTP/1.1 200 OK |
| danach | Kopfzeilen der Form Name: Wert, z. B. Host: www.schule.example |
Kopfzeilen, z. B. Content-Type: text/html |
| Leerzeile | Ende der Kopfzeilen | Ende der Kopfzeilen |
| danach | ggf. Inhalt (z. B. ausgefülltes Formular) | Inhalt (z. B. die HTML-Seite) |
Methoden (was der Client möchte):
GET: Gib mir diese Seite oder Datei.HEAD: Gib mir nur die Kopfzeilen, ohne Inhalt (zum Beispiel, um zu prüfen, ob sich eine Datei geändert hat).POST: Hier sind Daten für dich, zum Beispiel ein ausgefülltes Formular.
Statuscodes (wie es gelaufen ist) sind dreistellig. Die erste Ziffer verrät die Gruppe:
| Gruppe | Bedeutung | Beispiele |
|---|---|---|
| 1xx | Information, es geht gleich weiter | selten zu sehen |
| 2xx | Erfolg | 200 OK |
| 3xx | Umleitung: woanders nachsehen | 301 Moved Permanently (dauerhaft verschoben, neue Adresse in Location) |
| 4xx | Fehler auf Seite des Clients | 400 Bad Request (Anfrage fehlerhaft), 403 Forbidden (verboten), 404 Not Found (nicht gefunden) |
| 5xx | Fehler auf Seite des Servers | 500 Internal Server Error (interner Fehler) |
Die Zeile Host: Auf einem Server mit einer einzigen IP-Adresse können viele Webseiten mit verschiedenen Namen liegen. Am Namen in Host erkennt der Server, welche Seite gemeint ist. Seit HTTP/1.1 ist diese Zeile Pflicht.
Eine Seite, viele Anfragen: Für jede Datei, die eine Seite braucht (Bilder, Schriften, Gestaltung), schickt der Browser eine eigene Anfrage. Über eine geöffnete Verbindung können nacheinander mehrere Anfragen laufen.
Jede Anfrage steht für sich: Der Server merkt sich von sich aus nicht, wer vorher schon gefragt hat (HTTP ist zustandslos). Damit ein Shop sich trotzdem deinen Warenkorb merken kann, gibt der Server dem Browser eine kleine Merkdatei mit, ein Cookie. Der Browser schickt sie bei jeder Anfrage in einer Kopfzeile mit.
Versionen: Die Textform, die du in der Konsole benutzt, ist HTTP/1.1. Die neueren Versionen HTTP/2 (2015) und HTTP/3 (2022) haben dieselben Methoden, Kopfzeilen und Statuscodes, übertragen sie aber in einer platzsparenden, nicht mehr lesbaren Form. Im Web laufen sie praktisch immer verschlüsselt über HTTPS. Dann sieht ein Mitleser weder den Pfad noch die Kopfzeilen noch den Inhalt.
FTP: Dateien übertragen
Abschnitt betitelt „FTP: Dateien übertragen“FTP ist einer der ältesten Dienste im Internet (ab 1971, heutige Form 1985). Mit FTP kann man Ordner anzeigen und Dateien herunter- und hochladen, zum Beispiel die Dateien einer Webseite auf einen Webserver.
Das Besondere: FTP nutzt zwei Verbindungen.
- Über die Steuerverbindung (Port 21) schickt der Client Befehle und der Server antwortet mit dreistelligen Codes, ähnlich wie bei HTTP (2xx Erfolg, 5xx Fehler).
- Für jede Übertragung von Daten (Ordnerinhalt, Datei) wird eine eigene Datenverbindung aufgebaut. Im ursprünglichen aktiven Modus baut der Server sie von Port 20 aus zum Client auf. Heute ist meist der passive Modus üblich: Der Server nennt einen Port, und der Client baut die Datenverbindung selbst auf. Das funktioniert besser mit Firewalls und NAT (Einheit 11).
Wichtige Befehle des Protokolls sind USER und PASS (anmelden), PWD (aktueller Ordner), CWD (Ordner wechseln), LIST (Ordnerinhalt), RETR (Datei herunterladen), STOR (Datei hochladen) und QUIT. FTP-Programme zeigen oft eigene, kürzere Befehle oder eine Maus-Oberfläche und übersetzen sie in diese Befehle.
Probiere es aus. Melde dich als Gast mit USER anonymous an und schau dir die Dateien an:
Simulation im Browser: Es wird keine echte Verbindung aufgebaut und nichts gespeichert.
Du: was du sendest · Server: was der Server antwortet ·[Simulation] Hinweise, die nicht übertragen werden. Mit Enter sendest du eine Zeile, mit ↑ holst du frühere Zeilen zurück.
Das Problem: Bei FTP gehen Benutzername, Passwort und alle Dateien im Klartext über das Netz. Heute nutzt man deshalb sicherere Verfahren:
- SFTP (SSH File Transfer Protocol): Dateiübertragung über eine SSH-Verbindung (Port 22, siehe unten),
- FTPS: FTP, abgesichert mit TLS (Einheit 13).
Die großen Browser haben die Unterstützung für FTP im Jahr 2021 entfernt.
Fernzugriff: TELNET und SSH
Abschnitt betitelt „Fernzugriff: TELNET und SSH“Fernzugriff heißt: Du arbeitest an einem entfernten Rechner, als säßest du davor. Du tippst Befehle, und der entfernte Rechner führt sie aus. So werden Server, Router und Switches verwaltet, oft ohne Bildschirm und Maus, nur über Befehle.
TELNET (Port 23) ist der älteste Dienst dafür (ab 1969, festgelegt 1983). Er überträgt jeden Tastendruck und jede Ausgabe im Klartext, auch das Passwort. Außerdem kann der Client nicht prüfen, ob er wirklich mit dem richtigen Gerät verbunden ist. TELNET gilt deshalb als unsicher und sollte abgeschaltet sein. Das Programm telnet wurde früher auch benutzt, um wie in der Konsole oben direkt mit Web- oder Mailservern zu „sprechen“.
SSH (Secure Shell, Port 22, ab 1995) hat TELNET abgelöst. SSH
- verschlüsselt alles, auch die Anmeldung,
- prüft, ob unterwegs etwas verändert wurde,
- lässt den Server sich ausweisen: Jeder SSH-Server hat ein eigenes Schlüsselpaar (Einheit 13). Beim ersten Verbinden zeigt der Client einen Fingerabdruck des öffentlichen Schlüssels an. Man vergleicht ihn mit dem Fingerabdruck, den die Administratorin des Servers bekannt gegeben hat. Danach merkt sich der Client den Schlüssel.
Ein Aufruf sieht zum Beispiel so aus: ssh admin@router.schule.example. Anmelden kann man sich mit einem Passwort oder mit einem eigenen Schlüsselpaar: Der öffentliche Schlüssel wird auf dem Server hinterlegt, der geheime bleibt auf dem eigenen Rechner. Über SSH lassen sich auch Dateien übertragen (scp, SFTP).
| TELNET | SSH | |
|---|---|---|
| Port | 23 | 22 |
| Verschlüsselung | keine | ja |
| Schutz vor Veränderung | nein | ja |
| Server weist sich aus | nein | ja (Schlüssel mit Fingerabdruck) |
| Anmeldung | Passwort im Klartext | Passwort (verschlüsselt) oder Schlüsselpaar |
| heute | abschalten | Standard für Fernzugriff |
Aufgaben
Abschnitt betitelt „Aufgaben“Aufgabe 1: Wer spricht mit wem? leicht
Auf einem Rechner mit der Adresse 192.168.20.57 zeigt ein Programm diese Verbindungen an (Adresse:Port):
Eigene Seite Gegenseite1 192.168.20.57:51734 203.0.113.80:4432 192.168.20.57:51736 198.51.100.7:223 192.168.20.57:51740 203.0.113.21:214 192.168.20.57:80 192.168.20.31:498225 192.168.20.57:51741 198.51.100.9:23a) Gib für jede Verbindung den Dienst an.
b) Gib an, bei welcher Verbindung der Rechner selbst der Server ist. Begründe.
c) Nenne die Verbindungen, bei denen ein Mitleser die Inhalte lesen könnte.
Lösung
Aufgabe 2: Was sagt der Server? mittel
Ein Browser fragt verschiedene Seiten bei shop.example.org an und bekommt diese Antworten (gekürzt):
HTTP/1.1 301 Moved PermanentlymitLocation: https://shop.example.org/HTTP/1.1 200 OKmitContent-Type: image/jpegHTTP/1.1 401 UnauthorizedHTTP/1.1 503 Service UnavailablemitRetry-After: 120HTTP/1.1 404 Not Found
a) Erkläre für jede Antwort, was passiert ist. Gib an, ob das Problem (falls es eines gibt) beim Client oder beim Server liegt.
b) Beschreibe für Antwort 1, was der Browser als Nächstes tut, und erläutere, warum ein Shop so antworten könnte.
Tipp 1
Nicht alle Codes stehen auf dieser Seite. Die erste Ziffer verrät dir trotzdem die Gruppe. Der englische Text hilft beim Rest.
Tipp 2
Zu b): Schau dir den Anfang der neuen Adresse in Location genau an.
Lösung
Aufgabe 3: Anfragen selbst schreiben mittel
a) Entwirf eine Anfrage, mit der du von www.schule.example nur die Kopfzeilen der Seite /vertretungsplan.html abrufst, ohne den Inhalt. Überprüfe sie mit der Konsole in Erkundung 1. Gib an, woran du in der Antwort trotzdem erkennst, wie groß die Seite ist.
b) Gib die Anfragezeile und die Host-Zeile an, mit denen ein Browser die Adresse http://news.example.net/sport/heute.html abruft.
c) Die Webseiten www.example.org und www.example.net liegen auf demselben Server mit derselben IP-Adresse. Erläutere, wie der Server erkennt, welche Seite er ausliefern soll.
Tipp 1
Zu a): Welche Methode liefert nur die Kopfzeilen?
Tipp 2
Zu b): Zerlege die Adresse: Was ist der Name des Servers, was ist der Pfad?
Lösung
Aufgabe 4: Ein FTP-Mitschnitt mittel
Ein Lager überträgt jeden Abend eine Bestandsliste an den Server files.example.com. Ein Mitschnitt der Steuerverbindung zeigt:
Server: 220 Dateiserver bereit.Client: USER lagerServer: 331 Passwort erforderlich.Client: PASS Regal#42Server: 230 Angemeldet.Client: CWD bestandServer: 250 Ordner gewechselt.Client: STOR liste-2026-10-26.csvServer: 150 Öffne Datenverbindung.Server: 226 Übertragung abgeschlossen.Client: QUITServer: 221 Auf Wiedersehen.a) Beschreibe, was in diesem Mitschnitt passiert. Gib an, ob eine Datei hoch- oder heruntergeladen wurde.
b) Gib an, welche Informationen ein Mitleser erbeutet hat. Erläutere, warum er auch an den Inhalt der Datei kommt, obwohl er in diesem Mitschnitt nicht zu sehen ist.
c) Das Lager stellt auf SFTP um. Erläutere, was sich für den Mitleser ändert.
Tipp 1
Zu a): RETR heißt herunterladen. Was könnte STOR heißen?
Tipp 2
Zu b): Über wie viele Verbindungen arbeitet FTP? Ist die andere Verbindung verschlüsselt?
Lösung
Aufgabe 5: Eine Warnung von SSH schwer
Ein Administrator verbindet sich jeden Morgen mit ssh admin@server.example.com. Heute erscheint statt der Anmeldung diese Meldung (übersetzt und gekürzt):
WARNUNG: DER SCHLÜSSEL DES SERVERS HAT SICH GEÄNDERT!Es ist möglich, dass jemand gerade etwas Böses tut.Der Fingerabdruck des Servers ist jetzt:SHA256:q3H9kX2vR7… (gekürzt)Verbindung abgebrochen.a) Erkläre, wie SSH bemerkt, dass sich etwas geändert hat.
b) Beurteile zwei mögliche Ursachen: eine harmlose und eine gefährliche.
c) Entwickle ein Vorgehen, wie der Administrator herausfindet, welche Ursache zutrifft, bevor er sich anmeldet.
Tipp 1
Zu a): Was merkt sich der SSH-Client beim ersten Verbinden?
Tipp 2
Zu b): Denke an Einheit 13: Wer könnte sich zwischen Laptop und Server schalten? Und was passiert, wenn ein Server neu eingerichtet wird?
Lösung (Beispiel)
Aufgabe 6: „Die Seite ist doch eh öffentlich“ schwer
Eine kleine Webagentur betreut die Webseite eines Bäckerbetriebs. Sie schreibt:
„Wir laden die Dateien der Webseite per FTP auf den Server und warten den Server per TELNET. Das reicht völlig, die Webseite ist ja sowieso öffentlich.“
a) Nimm Stellung zu dieser Aussage.
b) Entwirf eine bessere Lösung für das Hochladen und die Wartung. Begründe deine Wahl.
Tipp 1
Öffentlich ist das Ergebnis, die Webseite. Was ist an den Verbindungen zum Hochladen und Warten nicht öffentlich?
Tipp 2
Was könnte jemand anstellen, der die Zugangsdaten für den Server hat? Denke an die Kunden der Bäckerei, die die Seite besuchen.
Lösung (Beispiel)
Zusammenfassung
Abschnitt betitelt „Zusammenfassung“- Ein Dienst wird von einem Server angeboten und lauscht an einem festen Port. Der Client beginnt die Verbindung, meist von einem zufälligen hohen Port aus.
- HTTP (Port 80): Anfrage mit Methode, Pfad, Version, Kopfzeilen (Pflicht:
Host) und Leerzeile. Die Antwort beginnt mit einem Statuscode: 2xx Erfolg, 3xx Umleitung, 4xx Fehler beim Client, 5xx Fehler beim Server. HTTPS (Port 443) verschlüsselt das Ganze. - FTP (Port 21) überträgt Dateien über eine Steuer- und eine Datenverbindung, alles im Klartext. Sicherer sind SFTP und FTPS.
- TELNET (Port 23) überträgt auch Passwörter im Klartext und sollte abgeschaltet sein. SSH (Port 22) verschlüsselt, schützt vor Veränderung und lässt den Server sich mit einem Schlüssel ausweisen.
Selbstcheck
Abschnitt betitelt „Selbstcheck“Geh die Fragen ehrlich durch. Wenn du bei einer unsicher bist, lies den verlinkten Abschnitt noch einmal oder bearbeite die passende Aufgabe.
- Kannst du erklären, wie Dienste über Ports erreichbar sind? → Dienste, Clients und Ports, Aufgabe 1
- Kannst du eine HTTP-Anfrage schreiben und eine Antwort deuten? → Erkundung 1, HTTP: Anfrage und Antwort, Aufgabe 2, Aufgabe 3
- Kannst du beschreiben, wie FTP arbeitet, und Alternativen nennen? → FTP: Dateien übertragen, Aufgabe 4, Aufgabe 6
- Kannst du TELNET und SSH vergleichen? → Erkundung 2, Fernzugriff: TELNET und SSH, Aufgabe 5, Aufgabe 6
Wortspeicher
Abschnitt betitelt „Wortspeicher“| Begriff | Bedeutung in einfachen Worten |
|---|---|
| Dienst | Angebot eines Servers im Netz, zum Beispiel Webseiten oder Dateien |
| Client | Programm, das eine Anfrage stellt, zum Beispiel der Browser |
| Server | Programm oder Rechner, das auf Anfragen wartet und antwortet |
| Port | Nummer, an der ein Dienst auf einem Rechner erreichbar ist |
| HTTP | Regeln, nach denen Browser Webseiten anfordern (Port 80) |
| HTTPS | HTTP mit TLS-Verschlüsselung (Port 443) |
| Methode | was der Client möchte, zum Beispiel GET (holen) oder POST (senden) |
| Kopfzeile | Zusatzangabe der Form Name: Wert, zum Beispiel Host |
| Statuscode | dreistellige Zahl in der Antwort, die sagt, wie es gelaufen ist |
| Cookie | kleine Merkdatei, die der Browser bei jeder Anfrage mitschickt |
| FTP | Dienst zum Übertragen von Dateien, unverschlüsselt (Port 21) |
| Steuer- und Datenverbindung | bei FTP: eine Verbindung für Befehle, eigene Verbindungen für die Daten |
| SFTP / FTPS | verschlüsselte Dateiübertragung über SSH bzw. mit TLS |
| Fernzugriff | an einem entfernten Rechner arbeiten, als säße man davor |
| TELNET | alter Dienst für Fernzugriff, alles im Klartext (Port 23) |
| SSH | verschlüsselter Dienst für Fernzugriff (Port 22) |
| Fingerabdruck | kurze Prüfzahl, an der man den Schlüssel eines Servers wiedererkennt |
| Klartext | unverschlüsselt, für jeden Mitleser lesbar |
Quellen
Abschnitt betitelt „Quellen“- Hessisches Kultusministerium: Kerncurriculum Fachoberschule, Fachrichtung Technik, Schwerpunkt Informationstechnik, Themenfeld 12.4 Netzwerke, fakultative Inhalte (Stand November 2022).
- HTTP nach RFC 9110 (Bedeutung, Methoden, Statuscodes) und RFC 9112 (HTTP/1.1), HTTP/2 nach RFC 9113 (zuerst RFC 7540, 2015), HTTP/3 nach RFC 9114. FTP nach RFC 959, TELNET nach RFC 854, SSH nach RFC 4251 bis 4254. Portnummern nach dem Verzeichnis der IANA.
- Beispieladressen nach RFC 1918 und RFC 5737, Beispielnamen nach RFC 2606.
- Texte, Beispiele, Aufgaben, Mitschnitte und Protokoll-Konsole sind selbst erstellt. Die Ausgaben der Konsole sind vereinfacht.